Tuor (* im Winter 472 E.Z. (J.S.), † unbekannt, segelt im hohen Alter in den Westen.) war ein Mensch des Ersten Zeitalters (E.Z.) aus dem Haus Hador.
Abstammung[]
Er war der Sohn von Huor und Rían, die aus dem Haus Beor stammte. Damit war er sowohl Vetter von Túrin Turambar als auch Großneffe zweiten Grades von Beren Erchamion.
Frühes Leben[]
Tuors Vater Huor fiel im Jahr 472 E.Z. in der Nirnaeth Arnoediad (Schlacht der ungezählten Tränen). Im Winter desselben Jahres wurde Tuor in der Wildnis von Mithrim geboren. Aufgezogen wurde er von dem Sinda Annael, der mit anderen seines Volkes in diesem Gebiet lebte. Als Tuor sechzehn Jahre alt war, beschlossen die Elben ihre Heimat zu verlassen und zu den Sirion-Häfen zu ziehen. Unterwegs wurden sie jedoch von einer Gruppe Ostlingen und Orks überfallen. Tuor wurde gefangen genommen und versklavt. Drei Jahre lang lebte er als Sklave bei dem Ostling Lorgan, der der Häuptling der Ostlinge in Hithlum war, bis er schließlich fliehen konnte. Weitere vier Jahre lang lebte Tuor als einsamer Bandit in den Höhlen von Androth, bis ihm Ulmo einen Sinn gab. So zog Tuor durch Dor-lómin. Dort nahm er den Weg durch die Annon-in-Gelydh (Sindarin: Pforte der Noldor), die der östliche Eingang zu einem Tunnel war, der bis in die Cirith Ninniach führte. Schließlich kam Tuor nach Nevrast, ohne dass Morgoth oder einer seiner Diener etwas bemerkten.
Ulmos Auftrag[]
Den Sommer über blieb Tuor in Nevrast. Im Herbst sah er sieben große Schwäne nach Süden fliegen und sah darin ein Zeichen weiterzuziehen. Er folgte den Schwänen, bis er zu den Hallen von Vinyamar gelangte, wo er Schild, Panzer, Schwert und Helm fand, die dort von Turgon, auf Ulmos Geheiß, zurückgelassen worden waren. Als Tuor die Hallen verließ, brach ein Sturm aus Westen los, aus welchem sich Ulmo erhob und Tuor auftrug, das versteckte Königreich von Gondolin zu suchen und Turgon vor dem Fluch der Noldor zu warnen, denn dieser Fluch besagte, dass jegliche Bauwerke der Noldor letztendlich zerstört würden. Von Ulmo erhielt Tuor ebenfalls einen Mantel, der ihn vor den Augen seiner Feinde verbergen sollte.
Am nächsten Morgen fand Tuor einen Elben, Voronwe, Aranwës Sohn, der Schiffbruch erlitten hatte. Voronwe hatte das letzte Schiff der Gondolindrim bestiegen, das nach Westen segelte, in dem Sturm jedoch unterging. Als er von Tuors göttlichem Auftrag erfur, erklärte sich Voronwe bereit Tuor nach Gondolin zu führen. Unter Ulmos Umhang versteckt, zogen sie beide im Winter nach Gondolin.
Als sie zu den Weihern von Ivrin kamen, sahen sie einen, mit einem schwarzen Schwert, bewaffneten Mann, der schnellen Schrittes an ihnen vorbei ging. Sie gaben sich ihm aber nicht zu erkennen und so kam es, dass Tuor für kurze Zeit seinem Vetter Túrin begegnete, ohne es zu wissen.
In Gondolin[]
In Gondolin angekommen, trat er vor König Turgon, um ihm Ulmos Botschaft zu überbringen und riet dem König aus Gondolin zu fliehen. Dieser nahm Ulmos Warnung jedoch nicht ernst, da er seine Stadt für uneinnehmbar hielt und blieb in Gondolin. Er verstärkte lediglich die Außenmauern, schüttete den Weg zu und niemand durfte die Stadt verlassen.
Idril[]
Als Tuor vor dem Noldor-König stand, erblickte er zum ersten Mal Idril Celebrindal, die Tochter von Turgon. Sie hatte langes goldenes Haar und war für ihre Schönheit bekannt. Tuor blieb in Gondolin und verliebte sich in Idril und sie wurden ein Paar. Maeglin, der hohes Ansehen in Gondolin hatte und zudem des Königs Neffe war, hatte schon lange ein Auge auf Idril geworfen. Er war eifersüchtig auf Tuor und hasste ihn von Anfang an.
Tuors Gunst beim König stieg schnell und somit gewährte Turgon Tuor seine Tochter zu heiraten, obwohl er ein Sterblicher war. Sieben Jahre nach seiner Ankunft nahm er Idril zur Frau und sie gebar einen Sohn, Earendil, der später Seefahrer wurde.
Der Fall von Gondolin[]
Morgoth, der große Feind, suchte schon lange nach dem verborgenen Reich, doch trotz der langen Suche fand er es nicht.
Maeglin ging oft mit wenigen seiner Leute über den Sperrgürtel der Berge hinaus und der König wusste nicht, dass sein Gebot derart missachtet wurde; und so wollte es das Schicksal, dass Maeglin von Orks gefangen und nach Angband gebracht wurde. Maeglin war nicht schwach und auch nicht feige, doch die Qualen, die man ihm androhte, beugten seinen Geist und er erkaufte Leben und Freiheit, indem er Morgaoth die genaue Lage Gondolins verriet. Auch die Wege, auf denen es zu erreichen und anzugreifen war verriet er. Maeglins Begehren nach Idril und sein Hass auf Tuor erleichterten gewiß den Verrat, den schändlichsten von allen, über die in den Geschichten der Ältesten Tage berichtet wird.
Einige Zeit später (510 E.Z.) griffen Morgoths Heere Gondolin an und die Stadt wurde zerstört. Tuor und Idril gelang es, mit ihrem Sohn und weiteren Gefährten, durch einen geheimen Tunnel aus Gondolin zu fliehen. Sie gelangten nach langer Reise in den Süden.
Fahrt übers Meer[]
Im hohen Alter ergriff Tuor abermals die Sehnsucht nach dem Meer und er beschloss mit Idril gen Westen zu segeln, um die Unsterblichen Lande zu erreichen. Er baute ein großes Schiff und nannte es Earráme (Meeresschwinge) und fuhr mit seiner Frau in den Sonnenuntergang hinaus. So verschwand er aus den Liedern und Erzählungen.
Ob es ihm letztendlich gelang Aman zu erreichen, ist nicht bekannt. Es wurde jedoch in späteren Zeiten gesungen, dass er als einziger Mensch zu den Unsterblichen gezählt und mit den Noldor vereinigt wurde, die er liebte.
Stammbaum[]
Das Haus Hador (bzw. Marach) von Dor-lómin:
Marach : : : : Hador Lórindol ____________________|______________________ | | | Gundor Galdor = Hareth Glóredhel = Haldir |(von den Haladin) |(von den Haladin) ____|____ | | | | Morwen = Húrin Huor = Rían Handir ______|______ | | | | | | | Túrin Nienor Urwen Tuor = Idril Brandir(der Lahme) | Earendil
Quellen[]
- J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde, Teil I: "Das Erste Zeitalter", Unterkapitel I: "Von Tuor und seiner Ankunft in Gondolin", Übersetzer: Hans J. Schütz, 1983
- J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XXIII: "Von Tuor und dem Fall von Gondolin", Übersetzer: Krege, 2001