Der Herr der Ringe Wiki
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Der Herr der Ringe Wiki

Sauron, im Sindarin: Gorthaur, Abscheulicher Schrecken, oder auch der Nekromant, war einst ein Maia im Dienste Aulës.

Biografie

Erstes Zeitalter

Wie die anderen Maiar und Valar stieg Sauron (zu dem Zeitpunkt noch Mairon) im Zeitalter vor den Tagen auf Arda herab.

Im Dienste Melkors

Sauron, Melkors Heerführer im Ersten Zeitalter

Er stand zunächst im Dienst von Aulë, bis Melkor, im Gegensatz zu den anderen Valar, die Welt nicht verbessern, sondern sie beherrschen wollte. Er verführte Sauron und brachte ihn dazu, seine Gefährten zu verraten. Unter Melkor, der später den Namen Morgoth erhalten sollte, wurde er zum gefürchtetsten Heerführer der Dunklen Mächte. So erhielt er das Kommando über Angband, eine Burg mit Waffenlager, die an den westlichen Küsten lag. Sie nahmen Dunkelelben gefangen und gestalteten diese in den Kerkern zu Orks um. Als die Valar sich während des Kriegs der Mächte gegen Melkor stellten, wurde die Festung überrannt, doch Sauron konnte sich in den tiefsten Höhlen der Burg verstecken.

Niederlage in Minas Tirith

Im Jahre 457 E.Z. nahm Sauron die Noldor-Festung Minas Tirith ein, und die schöne Insel Tol Sirion wurde ein verfluchter Ort, Tol-in-Gaurhoth (Insel der Werwölfe) geheißen. Im Jahre 465 E.Z. nahm er Finrod und Beren Erchamion gefangen, tötete Finrod und dessen Elben in den Verliesen. Vergeltung folgte, als Lúthien und Huan zur Rettung Berens kamen. Nachdem Huan Saurons Werwölfe getötet hatte, nahm Sauron selbst Wolfsgestalt an, wurde aber gleichfalls von Huans Stärke und Lúthiens Magie besiegt. Er gab Minas Tirith auf und floh in Vampirgestalt nach Taur-nu-Fuin, wo er als schrecklicher Schatten seiner früheren Macht den Rest des Ersten Zeitalters verbrachte.

Zweites Zeitalter

Das Schmieden der Ringe

Nach Morgoths Verbannung wurde Sauron dessen Nachfolger in Mittelerde und sollte als sein Vertreter bis zu dessen Rückkehr fungieren. Um 1000 Z.Z. hatte Sauron genug Macht gewonnen, um sich Mordor als Bollwerk zu erwählen und mit dem Bau seiner Festung Barad-dûr zu beginnen. Er legte sich eine schöne Gestalt zu, nannte sich Annatar, Herr der Geschenke, und gab sich bei den Elben als Gesandter der Valar aus. Mit Saurons Hilfe erschufen die Elbenschmiede die Ringe der Macht, drei für die Elben, sieben für die Zwerge und neun für die Menschen. Doch Sauron betrog alle und erschuf seinen eigenen Meisterring im Schicksalsberg von Mordor. Mit diesem Ring war er in der Lage, alle anderen Ringe zu beherrschen und ihre Träger zu korrumpieren, mit Ausnahme der drei Elbenringe. Sauron suchte danach, fand sie jedoch nicht, denn sie wurden den Weisen anvertraut, die sie verbargen und nie mehr offen trugen, solange Sauron den Herrscherring besaß. Somit blieben sie unbesudelt, denn Celebrimbor hatte sie allein geschmiedet, und Saurons Hand hatte sie niemals berührt; doch waren auch sie dem Einen Ring untertan.

Krieg gegen die Menschen

Saurons neue Gestalt

Mit einer Streitmacht aus Orks, Wargen, Trollen und anderen Untieren, fiel er schließlich in Eriador ein, wo er jedoch der vereinten Macht des Elbenkönigs Gil-galads und dem Volk der Númenórer unterlag. Nach dieser Niederlage hatte Sauron nichts mehr zu verlieren, gab sich offen zu erkennen und scharte alle Verbündeten um sich, um gegen Númenor zu ziehen. Er schwang sich durch Gewalt und Schrecken zum Herrscher über große Gebiete Mittelerdes auf. In seinem Stolz legte er sich den Titel "König der Menschen" zu, womit er den nicht minderen Stolz der Könige von Númenor weckte. Im Jahre 3262 Z.Z. landete König Ar-Pharazôn (25. und letzter König von Númenor) mit einer großen Streitmacht in Mittelerde und brachte Sauron als Gefangenen nach Númenor. Diese Gefangennahme war allerdings von Sauron beabsichtigt, Denn nur so konnte er innerhalb von fünfzig Jahren zum Berater des Königs aufssteigen und sich die Furcht der Númenórer und ihres Königs vor dem Tode nutzbar machen. Schließlich überredete er Ar-Pharazôn, sich die Unsterblichkeit mit Gewalt zu holen. Daraufhin brach dieser mit einer Flotte nach Valinor auf, was jedoch zu Ar-Pharazôns Ende führte.

Saurons Pläne schlugen fehl und Númenor ging, auf Geheiß Ilúvatars, unter. Saurons Körper, der sich zum Zeitpunkt des Unterganges im Tempel Melkors befand, wurde vernichtet. Dennoch stieg sein Geist aus den Tiefen des Ozeans hervor und floh nach Mordor zurück, wo er sich ein neues Äußeres zulegte: das eines abscheulichen, furchterregenden Kriegers, in geisterhaft grün-schwärzlich leuchtender Rüstung mit glühenden Augen und brennender schwarzer Haut. Der Dunkle Herrscher, wieder erstarkt durch seinen Meisterring, versammelte erneut seine Verbündeten und startete 3429 Z.Z. einen Angriff gegen das Königreich Gondor. Obwohl er große Teile des Reiches erobern konnte, sammelte König Elendil mit seinen Söhnen ein Heer, um gegen Mordor zu ziehen.

Saurons Körper wird nach dem Verlust des Ringes zerstört.

Er schloss mit Gil-galad das Letzte Bündnis zwischen Elben und Menschen. Dieses Letzte Bündnis marschierte gegen Mordor, belagerte Barad-dûr und kämpfte gegen Saurons Armeen an den Hängen des Schicksalsberges. Schließlich griff der Dunkle Herrscher in den Kampf ein und tötete mit der Macht seines Ringes Gil-galad und Elendil. Doch der Sohn Elendils, Isildur, ergriff die Klinge seines Vaters, Narsil, und holte zu einem Schlag gegen Sauron aus. Dabei schnitt er ihm den Einen Ring vom Finger, was zur Zerstörung von Saurons Körper führte. Elrond von Bruchtal riet ihm, den Ring zu zerstören. Isildur aber tat es nicht und so konnte Sauron fortbestehen, wenn auch schwach und nicht mehr in der Lage, körperliche Gestalt anzunehmen.

Sauron vor seiner Ork-Armee in Mordor

Drittes Zeitalter

Sauron, der Nekromant

Sauron in seiner Nekromanten-Gestalt

Um das Jahr 1000 des Dritten Zeitalters fiel der Schatten eines Nekromanten auf die Festung Dol Guldur im südlichen Grünwald, der daraufhin Düsterwald genannt wurde. Obwohl damals selbst die Weisen Sauron noch nicht erkannten und dieser sich nicht offen zu erkennen gab, trieb seine Aura der Furcht einige Völker auf eine Wanderung in entlegenere Gebiete. Darunter die Hobbits, die wegen der Gefahr ins Auenland zogen. Gleichzeitig erschienen die Istari, fünf Zauberer mit unterschiedlichen Aufträgen im Kampf gegen das Böse. Als einer von ihnen sich anbot, Dol Guldur zu betreten, um die Identität des als Nekromant bekannt gewordenen Schattenmeisters zu erkunden, zog sich Sauron zurück und für 400 Jahre (2063–2460 D.Z.) folgte der Wachsame Friede.

In der Verfilmung Der Hobbit von Peter Jackson ergibt sich ein anderes Bild:

Als Bilbo Beutlin, Gandalf und die Zwerge im Jahre 2941 D.Z. auf ihrer Reise zum einsamen Berg Erebor auf den Zauberer Radagast den Braunen in dessen Heimat Rhosgobel stießen, sagte dieser zu Gandalf, dass er ihn bereits gesucht habe und seine Hilfe brauche. Radagast erzählte Gandalf von der Plage, die seine Heimat befallen habe. Bäume würden absterben, Pflanzen, und ebenso die Tiere, die von ihnen aßen, würden vergiftet werden. Er erzählte ihm weiterhin, dass er in Dol Guldur auf die Ursache des Problems gestoßen sei: Ein Nekromant aus dem Jenseits sei zurückgekehrt, ein Wesen, das die Fähigkeit besäße, Tote wieder auferstehen zu lassen. Als Beweis für das in Dol Guldur Gesehene überreichte Radagast Gandalf eine Morgulklinge, die niemand anderem als dem Hexenkönig von Angmar gehörte. Dieses Wesen war eines der ersten, die der Nekromant auferstehen ließ, und das einzige, mit dem Radagast während der Geschehnisse in Dol Guldur gekämpft hatte. Später berichtete Gandalf Saruman in Bruchtal von Radagasts Entdeckung, doch Saruman glaubte ihm nicht. Dieser gesichtete Nekromant war niemand anderes als Sauron, dessen Macht langsam wieder neue Kraft erlangte und nach jahrelang geglaubter Vernichtung wieder auferstand.

Gandalfs Gefangennahme

Im Buch "Der Hobbit" wird erwähnt, wie der Istari Gandalf, um Gewissheit über den Nekromanten, der nach Ende des Wachsamen Friedens zurückgekehrt war, zu erlangen, nach Dol Guldur geht. Dort begegnet er Thráin II., dem Vater von Thorin Eichenschild, kurz vor dessen Tod und erkennt die Rückkehr des alten Feindes. Er entkommt Sauron mit knapper Not und infomiert den Weißen Rat darüber.

Im zweiten Teil der "Hobbit"-Filmadaption Peter Jacksons, "Smaugs Einöde", wird auch diese Szene in einer anderen, der tolkienschen Vorlage zum Teil widersprechenden Version dargeboten: Nachdem einige Zeit später die Wege von Gandalf, Bilbo und den Zwergen sich trennten, schickte Gandalf an Radagast die Nachricht, er solle sofort zu ihm kommen. Als Radagast auf Gandalf stieß, gingen beide in die Felsenhöhlen von Rhudaur, in der vor langer Zeit, tief in einer Gruft, belegt mit einem mächtigen Zauber, der Hexenkönig begraben worden war. Als sie die Höhle jedoch leer vorfanden, ahnten die beiden Zauberer noch mehr, in welcher Gefahr sich möglicherweise die Welt befand.

Gandalf wollte unbedingt wieder zu seinen Freunden, Bilbo und den Zwergen, um sie zu warnen und zu schützen. Radagast machte ihm jedoch klar, dass, wenn ihre schlimmsten Befürchtungen wahr werden sollten, nicht nur seine Freunde, sondern ganz Mittelerde, in Gefahr sei. Gandalf gab letztlich Radagast Recht und schickte ihn zu Frau Galadriel um ihr zu sagen: Der Feind sei zurückgekehrt. Während Radagast sich auf den Weg nach Bruchtal machte, ging Gandalf nach Dol Guldur, um all dem ein Ende zu setzen. Dort angekommen, forderte er die Dunkelheit auf, sich zu zeigen. Unerwartet erschienen Azog und sein Ork-Heer vor ihm, die Gandalf jedoch mit seinem Stab zurückhalten und für den Augenblick besiegen konnte. Nun erschien Sauron in einer flammenden Gestalt vor ihm. Gandalf gab sich die größte Mühe, der Macht Saurons standzuhalten. Er verlor aber den Kampf und wurde von Sauron gefangengenommen.

Später, im Jahr 2941 D.Z., vertrieben Elrond, Saruman und Galadriel Sauron, der daraufhin Dol Guldur verließ und nach Mordor floh.

Ringkrieg

Im Jahre 2951 D.Z. war Sauron wieder erstarkt, und begann den Turm Barad-Dûr wieder aufzubauen. Er sandte die Nazgûl ins Auenland, um, da er von Gollum unter Folter die Worte "Auenland" und "Beutlin" erfahren hatte, den Einen Ring von diesem Beutlin zu beschaffen.

Saurons Auge

Nachdem die Nazgûl für eine Zeit außer Gefecht gesetzt worden waren – ihre Pferde ertranken in der Bruinen bei dem Versuch, Frodo zu folgen – wurde Sauron zornig. Er begann erst mit Hilfe von Saruman und der Armee von Isengart Krieg gegen Rohan, um darauf mit einem eigenen Heer, unter Führung des Hexenkönigs von Angmar, Krieg gegen Gondor zu führen. Auf den Gedanken, dass sie versuchen könnten, den Ring zu vernichten, kam er nicht. So gelang es Frodo, den Einen Ring zum Schicksalsberg zu bringen, wo er von Gollum selbst, wenn auch unfreiwillig, vernichtet wurde.

Saurons Untergang

Ob Saurons Geist nach der Vernichtung des Ringes und der Zerstörung von Barad-dûr wirklich überlebte, oder letztlich doch starb, wird nicht eindeutig berichtet. Es heißt lediglich, dass ein Schattengebilde, schwarz, undurchdringlich und blitzgekrönt emporstieg und den ganzen Himmel erfülte: Gewaltig erhob es sich über die Welt und streckte ihnen eine große, drohende Hand entgegen, schreckenerregend, aber machtlos, denn während es noch über ihnen schwebte, wurde es von einem starken Wind erfasst, und es wurde weggeblasen und verging; und Stille trat ein. [1]

Im Silmarillion heißt es: In späteren Jahren aber erhob er (Sauron) sich wie ein Schatten Morgoths und wie ein Gespenst seiner Bosheit und folgte ihm nach, den gleichen Trümmerpfad hinab in die Leere. [2]

In der Filmtrilogie Der Herr der Ringe implodierte das Auge Saurons beim Fall von Barad-dûr.

Einzelnachweise

  1. Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Buch), Sechstes Buch, Drittes Kapitel, S. 1044 Carroux-Übersetzung
  2. Das Silmarillion, Valaquenta: Von den Feinden, S. 45

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Herausgeber: Christopher Tolkien, Übersetzer: Wolfgang Krege
Valaquenta: Von den Feinden
Quenta Silmarillion:
Kapitel: XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende
Kapitel: XIX: Von Beren und Lúthien
Akallabêth: Der Untergang von Númenor
Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Die Gefährten (Buch)
Erstes Buch:
Zweites Kapitel: Der Schatten der Vergangenheit
Zweites Buch:
Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond
Zehntes Kapitel: Der Zerfall des Bundes

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Die zwei Türme (Buch)       
Drittes Buch:
Elftes Kapitel: Der Palantír
Viertes Buch:
Drittes Kapitel: Das Schwarze Tor ist versperrt
Neuntes Kapitel: Kankras Lauer

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Buch)
Sechstes Buch:
Drittes Kapitel: Der Schicksalsberg
Viertes Kapitel: Das Feld von Cormallen


Ainur

Zwei Bäume.jpg

Valar:Manwë • Ulmo • Aulë • Orome • Mandos • Lórien • Tulkas • Melkor • Varda • Yavanna • Nienna • Este • Vaire • Vána • Nessa
Maiar:Arien • Eonwe • Ilmare • Melian • Osse • Salmar • Tilion • Uinen
Gefallene Maiar:Sauron • Gothmog • Lungorthin • Durins Fluch • Ungoliant
Istari:Curumo • Olórin • Aiwendil • Morinehtar • Rómestamo
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