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Das Nan Dungortheb, auch das Tal des abscheulichen Schreckens genannt, war ein Tal im Ered Gorgoroth. Das Tal wurde begrenzt durch das Königreich Doriath, sowie durch die beiden Flüsse Mindeb und Esgalduin im Osten und Westen.

Nan Dungortheb

Aradhel durchquert das Nan Dungortheb

Schon immer war das Nan Dungortheb von scheußlichen spinnenartigen, mit großer Kraft ausgestatteten Ungeheuern bewohnt, aber erst als Ungoliant nach der Vergiftung der Zwei Bäume dorthin floh, wurde es zu einem wahren Ort des Schreckens. Dort wurde Kankra, als letzte Tochter Ungoliants, geboren. Auch wenn das gesamte Tal mit Netzen und Fallen gespickt und das Wasser verseucht war, nutzten bis zum vierten Jahrhundert des Ersten Zeitalters viele wehrhafte Elben und andere unsterbliche Wesen den Weg durch das Tal als Passage nach Doriath. Als Aredhel, Fingolfins Tochter die Nan Dungortheb in Richtung Osten durchqueren wollte, wurde sie von ihrem Gefolge durch einen Angriff Ungoliants und ihrer Brut getrennt. Sie konnte jedoch unbeschadet fliehen.

Die Schrecken im Nan Dungortheb wuchsen mit der Macht Melkors und als im fünften Jahrhundert Saurons schwarze Magie zum Schutz des Weges einsetzte, war danach nur Beren in der Lage, den Weg zu durchschreiten. Berens Durchquerung des Nan Dungortheb wurde als eine seiner großen Taten angesehen.

In Das Buch der Verschollenen Geschichten

In den Verschollenen Geschichten heißt Nan Dungortheb noch Nan Dumgorthin (Land der dunklen Standbilder). Es heißt dort: 'Im Gnomischen Wörterbuch heißt es zu Nan Dumgorthin, es sei ein Land dunkler Wälder im Osten von Artanor, wo auf einem bewaldeten Berg verborgene Standbilder von einigen bösen Stämmenabtrünniger Menschen angebetet werden (dum, >geheim, unaussprechlich<, dumgorth, dungorth, >ein böses Standbild<).

Im Lied von den Kindern Húrins fliehen Túrin Turambar und sein Gefährte Flinding (später Gwindor) nach dem Tod von Beleg Langbogen und kommen in dieses Land:

Dort umhüllte die zwei geisterhaftes Zwielicht
und düstere Irrgärten, dunkel, heillos,
in Nan Dungorthin, wo namenlose Götter
verschleierte Schreine haben in verborgenen Schatten,
älter als Morgoth oder die uralten Götter,
die goldenen Götter des beschirmten Wesens.
Doch die geisterhaften Bewohner dieses grauen Tales
hinderten und verletzten sie nicht, und sie gingen ihren Weg
mit schauderndem Fleisch und bebendem Gebein,
doch zuweilen fiel Gelächter sie an mit langem Widerhall
wie ferner Spott dämonischer Stimmen,
rauh und hohltönend in dem verstummten Zwielicht,
und Flinding schien es grausam und voll Verderben...

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Übersetzer: Wolfgang Krege

  • Quenta Silmarillion,
  • Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor
  • Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 2, Übersetzer: Hans J. Schütz

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