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Meril-i-Turinqi ist eine Charaktere aus dem Buch der Verschollenen Geschichten.

Meril war die Herrin von Tol Eressëa. Ingwe, der höchste der Elbenfürsten, war ihr Urgroßvater. Ingil war ihr Großvater. Auch mit den Solosimpi (Teleri) soll sie verwandt gewesen sein.

Meril war wohl eine sehr schöne Frau, voller Anmut und Grazie. Es wird berichtet, dass Eriol der Atem stockte und es ihm die Sprache verschlug, als er sie zum ersten Mal sah. Eriol war zu Meril gekommen, um den Trank Limpe zu erbitten. Nur Meril war berechtigt, diesen Trank an Nichtelben auszuschenken.

Das Haus der edlen Frau stand in Kortirion in einem großen Korin aus Ulmen (eine große kreisförmige Einfriedung, ob aus Stein, Dornenhecke oder aus Bäumen, die einen grünen Rasenplatz umschließt). Es lag unweit des Turmes den Ingil hatte erbauen lassen in einem weiten Hain mit den ältesten und schönsten Ulmen weit und breit. Wie dreifach Pyramiden stiegen sie Himmelan mit hellem Blattwerk und das Sonnenlicht das hindurchfiel erfrischte mit Kühle. Ein Rasenplatz war in der Mitte und er sah aus, wie aus Wolle gewebt und im Kreis standen Bäume, die den Rand beschatteten. Aber in die Mitte fiel den ganzen Tag über das Sonnenlicht. Das Haus selbst war weiß und erstrahlte in Weißheit, und das Dach war überwachsen mit Moos und Dachwurz und allerlei Kletterpflanzen. Es war ein prächtiges Farbenspiel aus Gold, Rostbraun, Purpur und Grün, doch wirklich klar zu unterscheiden waren die Farben nicht und man konnte auch nicht erkennen, aus was das Haus eigentlich gebaut war. Ungezählte Vögel zwitscherten und Scharen von Tauben gingen auf dem Rasen nieder. Unzählige Blumen umkränzten das Haus und Bienen summten den ganzen Tag herum.    

Durch eine kleine Pforte betrat Eriol nun das Grundstück und hörte leise Musik und die schöne Frau kam aus dem Haus, und war umgeben von vielen Jungfrauen. Sie hieß ihn Willkommen und schien sofort zu wissen wer er war, denn sie nannte ihn "Befahrer vieler Meere". Als Eriol nun um den Trank bat, wurde das zuerst freundliche Gesicht von Meril ernst und sie fragte ihn: "Weißt du denn, was das ist, worum du mich bittest?" Eriol gab zu, nichts zu wissen außer dass er Verlangen hätte die Seele jeden Liedes und aller Musik aufzuspüren, immer in Verwandtschaft mit dem wunderbaren Volk der Eldar auf dieser Insel. Meril sprach zu ihm: "Gemeinschaft ist vielleicht möglich, Verwandtschaft aber nicht, Menschen sind Menschen, und Eldar sind Eldar." Sie erklärte Eriol, dass er, selbst wenn er Limpe trinken würde, niemals unsterblcih werden könnte, da die Menschen nunmal sterben müssen. Eriol begann trotzdem regelrecht zu betteln um diesen Trank.

Sie verweigerte ihn ihm aber, weil er noch zu wenig über die Elben und ihre Leiden wusste. Und so erzählte sie ihm vom Erwachen der Elben und ihrer Glückseligkeit in Valinor, von der ersten Gefangennahme Melkos, denn dieser hatte die Schöpfung von Palúrien Yavanna zerstört. Sie erzählte wie die Valar, Melko suchten und ihn gefangen nahmen. Wie sie die Kette Angainor, die zwei Handschellen Vorotemnar und die vier Fußfesseln Ilterendi schufen, und Melko für drei Zeitalter einsperrten. Es war eine lange, lange Erzählung.

Nachdem nun Meril die Geschichte in aller Ausführlichkeit erzählt hatte, nahm Eriol Abschied, bevor die Westseite von Ingils Turm in graue Dämmerung gehüllt wurde.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 1, Herausgeber: Christopher Tolkien

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