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Maglor war ein Noldorin-Elb und zweiter Sohn Feanors und Nerdanels. Er galt als großer Sänger und Spielmann und wurde nur von Daeron übertroffen.[1]

Leben

In Aman um 1200 E.Z. (J.B.) geboren und aufgewachsen, folgten er und seine Brüder im Jahr 1490 E.Z. (J.B.) Feanor nach Formenos (Festung im nördlichen Teil Valinors). Feanor war für 12 Jahre aus Tirion verbannt worden. Unter den Söhnen Feanors galt Maglor als der Gemäßigtere und er war auch bereit, sich dem Urteilsspruch der Valar zu unterwerfen.

Der Eid

Nachdem Melkor die drei Silmaril stahl, schloss sich Maglor dem verhängnisvollen Eid (Eid Feanors / Feanors Eid) seines Vaters Feanor an. Denn Feanor hatte die Silmaril erschaffen und bei dem Raub war Finwe, Feanors Vater und Großvater von Maglor, von Melkor ermordet worden. Mit dem Eid schworen die Söhne Feanors Rache an Melkor, der fortan Morgoth genannt wurde, und machten sich auf dem Weg nach Mittelerde, um Morgoth zu folgen und dort die Silmaril wiederzuerlangen. [2]

Mit den Söhnen Feanors folgten auch die meisten der Noldor, da Feanor in ihnen die Flamme der Sehnsucht nach unentdeckten Landen entfachte.[3] Die Verrate und Sippenmorde unter den Elben nahmen daraufhin ihren Lauf und das Unglück brach über die Noldor, und auch später über Maglor, herein.[4]

Sippenmord von Alqualonde

Die Telerin-Elben die unter der Herrschaft Olwes damals an der Küstenstadt Alqualonde in Aman lebten, galten zu jener Zeit als große Schiffbauer. Als Feanor im Jahr 1495 E.Z. (J.B.) von ihnen verlangte den Noldor ihre Schiffe zu übergeben, verweigerte Olwe dies und eine große Schlacht brach aus, in der viele Teleri durch die Hand der Noldor starben. Auch Maglor war, an der Seite seines Vaters, an dem Sippenmord beteiligt. Über dieses Geschehen schrieb Maglor später ein Klagelied, welches den Namen Noldolante trug und die furchtbaren Ereiginisse schilderte.[5] Nachdem die Noldor nach Mittelerde zurückgekehrt waren und während der Zeit, in der Angband belagert wurde, herrschte Maglor über jenes Gebiet, das Maglors Lücke genannt wurde.

Mereth Aderthad

Im Jahr 20 E.Z. (J.S.) nahm Maglor an der Mereth Aderthad, auch Fest der Wiedervereinigung genannt, teil. Eine große Feier, abgehalten bei Eithel Ivrin von Fingolfin.

Es wurde von den Sindar und Noldor aus allen Teilen Beleriands besucht, mit Ausnahme von Doriath, von wo aus Thingol nur zwei Boten - Mablung und Daeron - schickte. Dieses Fest  war eine Gelegenheit, die Einheit und Freundschaft unter den Elben von Arda zu erneuern.

Dagor Bragollach

Die Dagor Bragollach, (Schlacht des Jähen Feuers), 455 E.Z. (J.S.), war die vierte Schlacht Beleriands, an der auch Feanor mit seinen Söhnen teilnahm, also auch Maglor. Nachdem der Drache Glaurung in Beleriand eingedrungen war, musste Maglor sich in die Festung seines Bruders Maedhros auf dem Himring zurückziehen.

Nirnaeth Arnoediad

Auch an der Nirnaeth Arnoediad (Schlacht der ungezählten Tränen) im Jahr 472 E.Z. (J.S.) nahm Maglor teil und erschlug in dieser Schlacht Uldor, einen Ostling (näheres siehe Uldor). Die Schlacht war für Elben und Menschen, die sich zu Maedhros' Bund zusammengeschlossen hatten, ein Desaster. Maglor und seine Brüder überlebten, wenn auch verwundet, die Schlacht und zogen sich auf dem Dolmed zurück. Fortan führten sie ein unstetes Leben in Ossiriands Wäldern.

Weitere Sippenmorde

Maglor und der kleine Elrond

Maglor und der kleine Elrond

Maglor war noch an zwei weiteren Sippenmorden, dem Sippenmord von Doriath (506 E.Z. (J.S.) und dem Sippenmord an den Sirionmündungen (538 E.Z. (J.S.), beteiligt, die er und sein Bruder Maedhros, als einzige von Feanors Söhnen, überlebten.

Nach dem letzten Sippenmord, nahm sich Maglor den Kindern von Elwing und Earendil, Elros und Elrond, an und zog sie an Kindes statt auf.

Maglors weiteres Leben

Später bedauerte Maglor die Sippenmorde sehr und versuchte, nachdem der Krieg des Zorns gewonnen und Morgoth in die Äußere Leere verbannt war, die Noldor davon zu überzeugen, Feanors Eid nicht mehr zu erfüllen, weil er doch bereits so viel Leid und Tränen über sie gebracht hatte. Sein Bruder Maedhros überredete ihn jedoch, die beiden letzten Silmaril, die sich im Besitz von Eonwe (der Herold Manwës) befanden, zurückzufordern. Eonwe aber verweigerte sie den Brüdern, weil sie doch so viele und schlimme Taten getan hatten. Aber immer noch war der Drang, die Silmaril wieder zu besitzen, so groß, dass sie sich in der Nacht in Eonwes Lager schlichen, die Wachen töteten und die Silmaril stahlen. Maglor und Maedhros wurden gefangen genommen und wären fast getötet worden. Doch Eonwe wollte den Tod der beiden Söhne Feanors nicht, ließ Gnade vor Recht ergehen und ließ sie, mit den Silmaril, ziehen. Maglor und Maedhros nahmen je einen Silmaril denn sie sagten: "Da wir einen (Silmaril) verloren haben und nur noch zwei bleiben und von uns Brüdern wir zwei allein noch leben, so ist es klar, das Schicksal will, dass wir unseres Vaters Erbe teilen."

Doch der eine Silmaril versengte Maedhros' Hand in unerträglichem Schmerz und er erkannte, dass sein Recht auf den Stein nichtig geworden war und der Eid nicht mehr galt. In Schmerz und Verzweiflung stürzte er sich in einen klaffenden Schlund von Feuer und fand so den Tod. Auch Maglor, so wird es erzählt, wurde von seinem Silmaril mit unerträglichen Schmerzen gepeinigt und zuletzt warf er ihn ins Meer. Nie wieder ist Maglor unter sein Volk gekommen. Ob und wann er starb liegt im Dunkel der Geschichte verborgen.

Feanors Eid

"Dann schwur Feanor einen furchtbaren Eid. Seine sieben Söhne sprangen ihm zur Seite und legten mit ihm denselben Eid ab, und blutrot leuchteten ihre gezogenen Schwerter im Schein der Fackeln. Sie schwuren einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, im Namen Ilúvatars selbst, und sie riefen das Ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; und, Manwë zum Zeugen rufend, Varda und den heiligen Berg Taniquetil, gelobten sie, mit Haß und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden Vala, Dämon, Elben oder ungeborenen Menschen, oder jede Kreatur, ob groß oder klein, gut oder böse, welche die Zeit hervorbringen mochte bis ans Ende der Tage, wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre." (Quenta Silmarillion Kapitel IX S. 124 f)

Maglors Brüder

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil VI: "Anhänge", Unterkapitel II: "Namensregister", Übersetzer: Krege, 2001
  2. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel IX: "Von der Verbannung der Noldor", Übersetzer: Krege, 2001
  3. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel IX: "Von der Verbannung der Noldor", Übersetzer: Krege, 2001
  4. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel XIII: "Von der Rückkehr der Noldor", Übersetzer: Krege, 2001
  5. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Teil III: "Quenta Silmarillion", Unterkapitel IX: "Von der Verbannung der Noldor", Übersetzer: Krege, 2001
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