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Leuchten der Valar, Illuin und Ormal, waren zwei große Leuchten, die die Erde im Frühling von Arda erhellten.

Vorgeschichte

Am Anbeginn der Tage, nachdem Arda als "Gerüst" aus Ilúvatars Gedanken und durch die Große Musik der Ainur erschaffen war, rückten die Valar Seen und Länder und auch die Gebirge zurecht und Yavanna konnte nun alles säen, was sie erdacht hatte. Was aber fehlte, war das Licht, denn die Feuer waren gelöscht und unter den Urgebirgen vergraben.

Erschaffung der Leuchten

Illuin

Illuin

Ormal

Ormal

Da ging Yavanna zu Aulë, der ein Meister der Schmiedekunst war und bat ihn, Leuchten zu schaffen, die Arda erhellen und somit Wachstum möglich machen sollten. Und so geschah es. Aulë fertigte zwei mächtige Leuchten, damit Mittelerde erhellt werde, und stellte sie inmitten des umzingelnden Meeres (Ekkaia) auf. Die Leuchten wurden nun von Varda, der höchsten der Valier (weibliche Valar) und Ehefrau von Manwë gefüllt und Manwë heiligte sie. Sie wurden auf mächtige Pfeiler gesetzt, höher als alle Berge die jemals waren. Die eine Leuchte, sie hieß Illuin, stellten sie über den Norden und die andere Leuchte, ihr Name war Ormal, stellten sie im Süden auf. Das Licht aus den Leuchten schien nun über die Erde und es war ein Tag, endlos im Licht und ohne Wechsel von Hell und Dunkel. Alles was Yavanna gesät hatte, begann nun zu keimen und wuchs und blühte, von dem kleinsten Moosgeflecht bis hin zu den mächtigen Bäumen. Und es kamen Tiere herbei, die auf den ebenen Flächen, in den Wäldern, auf den Bergen und in den Flüssen lebten; bis auf die Vögel und die Blumen, denn diese mussten auf ihre Stunde warten, war die Schöpfung abgeschlossen. Die Valar nahmen ihren Wohnsitz auf der Insel Almaren und Manwë gab ein rauschendes Fest und alle kamen. Nur Aulë und Tulkas fehlten. Sie waren müde von der vielen Arbeit, denn sie hatten überall, mit geschickter Hand, geholfen wo Hilfe nötig war.

Die Zerstörung der Leuchten

Melkor aber, ehemals ein Ainur, der sich von seinen Brüdern losgesagt hatte und alles Gute hasste was erschaffen war, sah die Schönheit von Arda und grübelte darüber, wie er alles wieder zerstören könnte, denn Melkor war voller Neid.

Auf Almaren waren nun, nichts Böses ahnend, alle Valar versammelt und im Licht von Illuin merkten sie nicht, dass Melkor auf diese Stunde gewartet, und seinen dunklen Schatten schon auf den Norden gelegt hatte. Melkor stieg mit seinen Anhängern, die er bereits verführt hatte, über die Mauern der Nacht (Melkor war nach dem Ersten Krieg in die Äußere Leere (Kúma) geflohen) nach Norden, wo er, tief unter der Erde, seine große Festung Utumno grub. Die Valar merkten von alledem nichts. Melkors Unheil strömte, einem Gifthauch des Hasses gleich, über Arda und der Frühling Ardas war verdorben. Die Pflanzen wurden krank und faulten, es entstanden stinkende Tümpel und Gewässer und die Wälder wurden zu Alpträumen, in denen die Angst zu Hause war. Die Tiere wurden zu gefährlichen Geschöpfen, die die Erde mit Blut tränkten. Nun erkannten die Valar, dass das alles Melkors Werk war.

Melkor betrachtete was er angerichtet hatte mit großer Genugtuung und, auf seine eigene Kraft und die seiner Diener vertrauend, überfiel er die Valar und überzog sie mit Krieg. Ehe sich die Valar sammeln konnten, stürzte sich Melkor voller Hass auf die Leuchten Illuin und Ormal. Melkor hasste alles was gut und schön war, mehr noch aber hasste er das Licht. Er warf die Pfeiler um und zerstörte die Lampen. Unter dem Sturz der gewaltigen Pfeiler zerbarsten die Länder und brachen in Stücke, und in Aufruhr erhoben sich die Meere. Vernichtende Brände kamen über Arda, nachdem die Lampen verschüttet waren. Und alles war verdorben. Die Grenzen und Formen von Arda zwischen Meer und Land waren waren aus dem Gleichgewicht. Es war alles verloren und verdorben und was die Valar sich einst an Gebilden vorgestellt und geschaffen hatten, konnte niemals wiederhergestellt werden. Dunkelheit breitete sich nun wieder aus über Arda. Melkor floh und die Valar versuchten zu retten was zu retten war. So endete der Frühling von Arda. Die Valar verließen Almaren und nahmen ihren Wohnnsitz nun in Valinor.

Frühere Fassung in Kurzform

In einer früheren Fassung der Geschichte, wird berichtet, dass die Valar mit Melko (frühe Fassung des Namens Melkor) Frieden haben wollten und ihn in die Erschaffung der Leuchten einbezogen. Aulë bat ihn, die Pfeiler zu erschaffen, auf die die Leuchten gesetzt werden sollten. Melko stimmte zu und sein Herz war voller Hass und Verachtung, was er jedoch zu verbergen wusste. Melko errichtete also die Säulen, die wie blaues Kristall schimmerten und als Aulë sie prüfte und ihnen einen Schlag mit der Faust versetzte, klangen sie wie Metall. Eine Säule setzte Melko, wie Aulë gebeten hatte, in den Norden, die andere in den Süden von Arda. Sie reichten von der Erde bis hin zu Ilwe (Ilmen) und den Sternen und Melko versicherte, sie aus einem unzerstörbaren Stoff gearbeitet zu haben. Doch das war gelogen, denn Melko wusste sehr wohl, dass sie aus Eis bestanden. Eis aber war den Valar unbekannt und der Betrug gelang. Die Leuchten wurden also auf die Pfeiler gesetzt und mit dem silbernen Licht des Nordens und dem goldenen Licht des Südens gefüllt. Die beiden Leuchten hießen in der frühen Fassung Ringil im Norden und Helkar im Süden. Die Pfeiler schmolzen jedoch unter der Hitze der Lampen, und die fallenden Leuchten verwüsteten das Land. Das geschmolzende Eis ließ die Gewässer ansteigen.

Quellen

J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion, Übersetzer: Wolfgang Krege  

  • Quenta Silmarillion,
  • Kapitel I: Vom Anbeginn der Tage
  • Kapitel III: Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft
  • Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten von Eldalië

J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten, Teil 1, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Kapitel III: Die Ankunft der Valar und die Gründung Valinors
  • Kapitel IV: Die Einkerkerung Melkos
  • Kapitel VI: Melkos Diebstahl und die Verdunkelung von Valinor
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