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Der Drúadan-Wald

Die Drúedain (singular: Drúadan), auch Wasa genannt, waren ein kleinwüchsiges, menschenursprüngliches Volk. Sie nannten sich selbst Drughu.

Körperbau und Charakter

Erwachsene Drúedain waren etwa 1,20 m groß und damit, im Vergleich zu Menschen, sehr klein, jedoch größer und kräftiger gebaut als Hobbits. Sie hatten markante, um nicht zu sagen unschöne Gesichtszüge. Das Haupthaar der Drúedain war spärlich und glatt, ihre Beine und Füße waren haarlos. Sie konnten durchaus fröhlich und ausgelassen sein, gleichwohl hatte ihr Wesen doch harte Züge, und sie waren bisweilen bitter und unbarmherzig. Außerdem wurden ihnen sonderbare oder auch zauberische Kräfte nachgesagt. Ein anspruchsloses Volk waren sie. Selbst wenn es überreichlich zu essen gab, blieben sie bescheiden und aßen nur wenig. Getrunken wurde nur Wasser. Es wird berichtet, die Drúedain seien den Zwergen sehr ähnlich gewesen: in Körperbau, Gestalt und Ausdauer, als auch in ihrer Kunstfertigkeit, Stein zu bearbeiten. Die Drúedain sprachen ihre eigene Sprache (Drúedain-Sprache) und hatten keinerlei Interesse daran, die Kunst des Schreibens zu erlernen. Sie mochten Steinhäuser nicht und hegten großes Misstrauen denen gegenüber, die darin wohnten. Auch Neuerungen waren sie nicht sonderlich zugetan. So brauchten sie lange Zeit, um ihre Steinwerkzeuge gegen die aus Metall auszutauschen. Die Lebenszeit der Drúedain war, im Vergleich zu jener der Menschen, Zwerge oder auch Hobbits, eher kurz. In den Augen der Menschen und Elben waren sie hässliche, grimmige und wilde Wesen. Von den Menschen wurden sie auch abfällig als Puckelmänner bezeichnet.

Kultur

Die Drúedain wurden von Häuptlingen angeführt. Zu Aragorns Zeit, war der Häuptling der Drúedain Ghân-buri-Ghân.

Sie waren anfangs gut mit Elben und Menschen befreundet. Die Erzfeinde der Drúedain waren die Orks. Sie nannten die Drúedain Oghor-hai. Die Orks wurden von den Drúedain Gorgûn genannt. Wegen ihres wilden Aussehens wurden sie mitunter von den Rohirrim gejagt.

Sie trugen wahrscheinlich alle wie Ghân-buri-Ghân nur Kleidung aus Gras. Auf der Jagd benutzten sie Pfeile, die sie mit Gift präparierten.

Die Drúedain waren sehr gute Bildhauer. Sie bauten Statuen aus Stein, die genau aussahen wie sie selbst. Sie nannten sie Drûgs. Dieser Name wurde auch oft für die Drúedain selbst verwendet.

Wenn sie in Gefahr waren, konnten die Drúedain in eine Art Trance verfallen, in der man sie sehr schwer von ihren Drûgs unterscheiden konnte. Deshalb vermuteten die Orks, dass die Drúedain über Magiekenntnisse verfügten und fürchteten sich vor ihnen.

Lebensraum und Geschichte

Im Ersten Zeitalter, lebten die Drúedain nordwestlich von Doriath, in Brethil, und später, im Dritten Zeitalter, in einem Wald in Anórien und im Drúwaith Iaur dem Alten Puckel-Land, das westlich des Adorn lag und weite Wäldflächen besaß. Sie lebten in Beleriand zusammen mit den Haladin.

Als der Großteil Beleriands im Meer versank, war es den Drúedain erlaubt, zusammen mit den Edain, die im Krieg gegen Morgoth gekämpft hatten, auf die Insel Númenor zu ziehen. Als Schiffsfahrten nach Mittelerde unternommen wurden, wanderten viele Drúedain aus, weil sie Angst vor Wasser hatten und deswegen nicht auf einer Insel leben wollten.

Im Dritten Zeitalter lebten die Drúedain in einem Wald in Anórien, der fortan Drúadan-Wald genannt wurde. Nach dem Ringkrieg blieb der Drúadan-Wald im Besitz Ghân-buri-Ghâns und er sollte, so verfügte es Hochkönig Elessar, für immer den Drúedain gehören.

In Der Herr der Ringe

Ghân-buri-Ghân führte die Rohirrim, darunter auch König Théoden, durch das alte verlassene Steinkarrental (orig. Stonewain Valley), da Cair Andros von Saurons Truppen besetzt war. Sie kannten keinen anderen Weg nach Minas Tirith, der kein Umweg gewesen wäre und die Zeit war knapp. König Théoden musste Ghân-buri-Ghân als Gegenleistung lediglich versprechen, dass die Rohirrim sie nicht mehr jagen würden.

Etymologie

Der Name "Drúedain" stammt aus dem Sindarin und bedeutet Wilde Menschen oder auch Drû-Mensch (Drû = Wild, edain = Mensch. [1]

Zum Begriff Wasa: Er wird nur einmal im HdR benutzt. Elfhelm sagt zu Meriadoc Brandybock, genannt Merry: "Ihr hört die Wasa, die Wilden Menschen der Wälder." Wasa geht auf das angelsächsische Wort wása zurück, das sich allerdings nur in der Zusammensetzung wuda-wása "Wilder Mensch aus den Wäldern" findet. Der Begriff Puckelmänner ist ebenfalls eine Übersetzung und steht für angelsächsisch: púcel, "Kobold, Dämon", verwandt dem Wort púca, von dem Puck, "Kobold", abgeleitet ist. [2].

Margaret Carroux übersetzt allerdings mit Wosen statt Wasa.[3]

Einzelnachweis

  1. Helmut W. Pesch: Das Große Elbisch-Buch
  2. Nachrichten aus Mittelerde Seite 603, Anmerkung 14. und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Buch), Fünftes Buch, Fünftes Kapitel: Der Ritt der Rohirrim (Krege-Übersetzung) Seite
  3. Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Buch), Fünftes Buch, Fünftes Kapitel: Der Ritt der Rohirrim, Seite 913, Ausgabe 2014

Quellen

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Buch)

  • Fünftes Buch, Fünftes Kapitel: Der Ritt der Rohirrim
  • Sechstes Buch, Sechstes Kapitel: Viele Abschiede

J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde, Übersetzer: Hans J. Schütz

  • Teil Vier: I. Die Drúedain und Anmerkungen

Wolfgang Krege: Handbuch der Weisen von Mittelerde, 1996

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